Der Wecker klingelt. Viel zu früh. Viel zu laut.
Deine Hand tastet im Halbschlaf nach dem Handy, während dein Kopf denkt:
«Nur noch kurz… nur noch einmal umdrehen… nur noch ein bisschen ins Kissen kuscheln.»
Ein Klick. Snooze.
Erleichterung.
Und genau in diesem Moment beginnt das Problem.
Snoozen fühlt sich harmlos an.
Fast wie Selbstfürsorge.
Aus schlafmedizinischer Sicht ist es das Gegenteil.
Beim ersten Weckerklingeln beginnt dein Gehirn, vom Schlaf- in den Wachzustand zu wechseln. Dieser Prozess ist sensibel. Hormone verändern sich, Hirnareale werden aktiviert, dein Nervensystem stellt um.
Wenn du snoozest, unterbrichst du diesen Prozess und zwingst dein Gehirn zurück in den Schlaf, obwohl es bereits aufgewacht ist. Das Ergebnis nennt sich Sleep Inertia.
Sleep Inertia bedeutet:
Du bist wach, aber geistig eingeschränkt.
Studien zeigen klar:
• Einmal snoozen kann die Konzentration für 10–15 Minuten messbar verschlechtern
• Zweimal snoozen verlängert diese Phase auf 20–30 Minuten
• Mehrfach snoozen kann die Leistungsfähigkeit für bis zu 90 Minuten reduzieren
Betroffen sind vor allem Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit und Fehlerkontrolle.
Der präfrontale Kortex – zuständig für klares Denken, Planung und Selbstkontrolle – kommt morgens ohnehin langsamer in Gang. Snoozen bremst ihn zusätzlich aus.
Menschen, die beim ersten Klingeln aufstehen, zeigen deshalb:
• schnellere geistige Klarheit
• stabilere Stimmung
• bessere Konzentration in den ersten Arbeitsstunden
Warum Snoozen trotzdem so verlockend ist?
Es liefert einen kurzen Dopamin-Kick. Ein Moment Erleichterung. Neurochemisch gesehen eine Mini-Belohnung, mit späteren Kosten.
Wer morgens Snooze drückt, trainiert sein Gehirn darauf, Unangenehmes zu unterbrechen. Dieses Muster taucht später wieder auf: In Entscheidungen, Fokusarbeit und Verantwortung.
Also ehrlich:
Wie oft hast du heute Morgen gesnoozt?
Ich bin gespannt auf deine Antwort.